Auf Tour - Mit dem Fahrrad zum Nordkap und weiter nach Tarifa

Reisebericht einer Fahrradreise quer durch Europa


Arroyo del Ojanco - 122 km - 12716 km

Die spanischen Bauern scheinen meine Google-Karte sehr genau zu verfolgen. Jedenfalls war auch heute Morgen auf dem Feld unmittelbar neben mir schon einer mit dem Traktor fleissig unterwegs. Da ich mich aber so platziert hatte, dass er mich nicht sehen konnte, liess ich mich nicht vertreiben und startete heute wesentlich spaeter als an den Tagen zuvor. Nach einem Einkauf unweit meines Schlafplatzes machte ich mich gegen elf Uhr auf die Etappe.

Die Landschaft besteht hier hauptsaechlich aus zwei Teilen. Entweder sind steile felsige Berge zu sehen, oder es sind kleinere Huegel, die dann nahezu lueckenlos mit Olivenbaeumen bewachsen sind. Meist ist man von riesigen Olivenplantagen umgeben, nur die Berge in oft weiter Entfernung begrenzen die Sicht. Insgesamt gefaellt mir die Gegend recht gut. Durch die Olivenbaeume wirkt die trockene Erde gleich viel weniger wuestenartig.
Nur eine Sache habe ich zu bemaengeln: Die Strasse, auf der ich seit gestern fahre und der ich auch die naechsten Tage folgen werde, scheint keinen Huegel auszulassen. Ich habe langsam die Vermutung, die Planer wurden nach Hoehenmeter bezahlt.

Die Temperaturen, wie auch das sonstige Wetter, waren heute wieder spitze. Ich kann mich nicht erinnern auch nur eine Wolke am Himmel gesehen zu haben. Zudem ging ein leichter Wind, der bei den vielen Anstiegen ein wenig Kuehlung brachte.
Man koennte das Wetter als “nicht verbesserungsfaehig” bezeichnen.
Auch heute musste ich zweimal Getraenke nachkaufen. So sechs bis acht Liter brauche ich bei solchen Temperaturen und der trockenen Luft.

Morgen muesste ich an einem Campingplatz ankommen. Er ist nur noch rund 70 km entfernt, also eigentlich zu nahe fuer eine ganze Etappe. Ich koennte mir aber vorstellen, dass ich dem Sirenengesang der Campingplatzdusche nicht widerstehen kann.
Eigentlich zelte ich direkt am Fluss, aber das ist so eine dreckige Bruehe, da werde ich keinesfalls reinhuepfen.

Ein Olivenfeld hat es mir mal wieder als Uebernachtungsplatz angetan. Mehr aus der Not heraus, denn es kam nichts anderes. Diesmal habe ich mich aber nicht zwischen den Baeumen versteckt, sondern mich am Rio Guadalimar, der mitten durch das Feld verlaeuft, platziert. So habe ich immerhin noch ein klein wenig Ausblick.

Bild aufgenommen am
05.11.2007, 15:44.
Im Hintergrund Berge und ansonsten Olivenfelder in Massen.
 
 

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